Tag des offenen Denkmals - Stadtmuseum Heimathaus

Am Sonntag, 14. September 2025 findet bundesweit wieder der Tag des offenen Denkmals statt, das ist auch eine gute Gelegenheit das Stadtmuseum Heimathaus in Traunstein zu besuchen, denn die beiden größten Ausstellungsstücke des Museums sind die beiden denkmalgeschützten Gebäude, in denen die Sammlung untergebracht ist: das Obere Tor und das Ziegleranwesen. Die frühste Nennung des Oberen Tors (vulgo Brothausturm) findet sich in den Archivalien der Stadt 1342. Der alte Torturm wird aber 1541 im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen zum Teil abgebrochen und dann wieder errichtet. Obwohl der Brotverkauf der Bäcker über Jahrhunderte im Rathaus und nur für wenige Jahre im Erdgeschoss des Turms erfolgt, bürgert sich im 19. Jahrhundert der Name „Brothausturm“ ein. Die Bedeutung des Torturms als Teil der mittelalterlichen Wehranlage kann man noch gut an einer – heute zugemauerten – Schießscharte erkennen. Diese finden Sie im Museum, halten Sie einfach Ausschau nach einer Tür, an der ein Hinweis zum Öffnen angebracht ist. Das zweite Gebäude des Museums, das Ziegleranwesen, wird erstmals 1572 verkauft, der entsprechende Vertrag ist die früheste Nennung des Hauses, das zu diesem Zeitpunkt aber wohl schon ein paar Jahre stand. Das Gebäude mit Laden, Wirtschaft und Wohnungen wechselt in den folgenden 150 Jahren mehrfach die Besitzer. 1660 wird erstmals das unvererbliche Schankrecht für das im Hofbräuhaus gebraute Weißbier verliehen, dies wird 1681 erneuert. Georg Ziegler aus Laufen, Namensgeber der heutigen Zieglerwirtsstube kauft das Haus 1691. Die „Ziegler Behausung“ später das „Zieglerwirtshaus“ wird Mitte des 18. Jh. von Martin Semmelmayer zur Tafernenwirtschaft ausgebaut. Weitere Besitzer und Besitzerinnen sind u. a. Ignatz Rothmayr, und die Brauerswitwe Elisabeth Büchele. 1846 kauft der Nagelschmied Joseph Angerer aus Frasdorf das Gebäude. Er lässt 1849 Stallungen anlegen, der heutige westliche Anbau. Nach dem Tod Angerers 1856, heiratet seine Witwe den Hausknecht Joseph Erb. 1880 dann übernimmt der älteste Sohn von Joseph Angerer, Joseph Anton, das Gasthaus. Er stirbt aber bereits 1883 und seine Frau Elise heiratet, obwohl zum Tode ihres Gatten erst 25 Jahre alt, nicht mehr und führt als Zieglerwirtin bis 1912 die Gaststätte allein. Auf Anregung ihres Sohnes Joseph Angerer III., Architekt und Heimatforscher, schenkt Elise das Haus als Ort für ein Heimatmuseum 1919 der Stadt Traunstein und am 2. April 1923 wird das Städtische Museum im Heimathaus eröffnet. Die Inneneinrichtung der Zieglerwirtsstube stammt vom Ende des 19. Und Anfang des 20. Jh. Der Raum, die „gute Stube Traunsteins“, wird heute für Veranstaltungen und Vorträge genutzt. Eine Bewirtung findet durch den ehrenamtlichen Zieglerwirt statt. In der Wirtsstube können Sie sich aber zum Schmökern niederlassen, die Straßenbücher sowie andere Lektüren zur Stadtgeschichte laden hierzu ein. Von den beiden Stadtbränden verschont, sind das Obere Tor (Brothausturm) und das Ziegleranwesen wunderschöne Baudenkmäler, die immer einen Besuch wert sind, nicht nur am Tag des offenen Denkmals. Öffnungszeiten sind: Di.-So. 11-17 (ab 1. Oktober Di.-Sa. 11-16 Uhr, So. 11-17 Uhr)
(c) Stadtmuseum Heimathaus 2025